Der Monotalk

 Das Hardenberg-Projekt im Monotalk

Die Dinge nehmen Gestalt an, so fragmentarisch sie sind und anderen vielleicht auch lange noch so scheinen werden. Die Fragmente ergeben ein lebendiges Ganzes. Zwei Ankerpunkte: Der Begriff der Arbeit mit der dazu gehörigen Frage: wann verlor "die Arbeit" ihre Unschuld? Dazu passend die Gegenfrage: hatte sie jemals diese Unschuld? Oder streben wir damit auf Neuland zu? Hierzu passend der zweite Ankerpunkt: Wir brauchen eine Kultur der Freiheit. Bisher führen wir das Wort immer und überall in aller Munde aber fast nirgends wird sie gelebt. Sie kann auch nicht gelebt werden, weil dazu uns die Kultur der Freiheit fehlt! Meine These: wir leben in einer Gulag-Kultur (wozu auch der Begriff der Arbeit als Zwang und Knechtschaft gehört) und haben sie so verinnerlicht, dass wir den Ausgang aus dieser Höhle suchen müssen, in der wir noch gefangen sind und auch kein Ausgang (wie Platon in seinem Gleichnis angenommen hat) sichtbar ist, weil durch den Felsblock versperrt wie bei Ali Baba, dessen Bruder den Zauberspruch vergisst und nicht mehr aus der Höhle kommt. Wir sind in dieser Situation in unserer Gulag-Kultur. Jetzt suchen wir den Zauberspruch, der die magische Kraft aktiviert, die den Felsblock zur Seite schiebt. Unsere Gefangenschaft in der Höhle ist aber keine, die durch äußerliche Ketten und Fesseln erzwungen ist, obwohl es auch diese Zwänge durchaus gibt, unsere eigentliche Gefangenschaft liegt darin, dass uns die Projektionen durch Faszination, Verinnerlichung, geweckte Sehnsüchte und Verführungen innerlich, psychisch, mental fesseln.

Niemand will die Höhle verlassen. "Was für eine Höhle?", fragen sie, "Uns geht es hier gut und wir haben die beste aller möglichen Welten. Und du willst diese zerstören und störst uns mit deiner sogenannten "Philosophie"!"

Wenige schauen meinem Treiben zu wie einem Schauspiel, Straßentheater auf der Einkaufsmeile, dem man kurz und beiläufig Aufmerksamkeit schenkt, was aber nicht das Leben tangiert. Ein Eindruck unter vielen, während ich mich in die Empfindung hineinsteigere, dass es sich hier um eine Überlebensfrage handelt:

Maske und Spiel: Salomé Klein.

Der Punkt ist aber: aus dem Leben kommt keiner lebend raus! 

Und noch nie gab es eine andere als die Gulag-Kultur, so wurden die Pyramiden erbaut und der Kölner Dom, der Pariser Eiffelturm und die Oper am Rhein.

So finden die Buchmessen in Leipzig oder Frankfurt statt, die Documenta in Kassel, die Berlinale in Berlin, ganz gleich, wohin man schaut: Gulag-Kultur allüberall.

Nur ein verrückter Utopist sucht unermüdlich in einer Höhle voller Projektionen sich wähnend nach der Zauberformel, die den Felsen beiseite schieben und den Weg freigeben soll zu einer wahren und schönen Welt, zu einem wahren und schönen Leben und dessen Kultur. Dabei wird das Wahre und Schöne in seinem Leben genau darin liegen, dass er diese Suche (u.a. als Hardenberg-Investigantionen) betreiben durfte. Und ein Wahres und Schönes wird womöglich sein, dass er eine philosophische, literarische Fragmentensammlung der Welt hinterlässt.

Wer weiß, was daraus wird?

Aber gehört es nicht ebenso essenziell zum Leben, dass es über sich hinaus und, zugleich rückbesonnen auf sich, nach Schönheit strebt?

Also soll sie romantisiert und ästhetisiert werden mit jedem Schritt.

Der Antriebskern des Hardenberg-Projektes ist die Hoffnungsenergie, den Weg aus dem Fliegenglas zu finden.

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